Fachstudium „Stillen“

dsc_1240Da ist unsere kleine Maus schon 46 Tage alt – 6 Wochen und 4 Tage – 1 Monat, 2 Wochen und 2 Tage.. wie man es nimmt 😉 Aber die Zeit vergeht einfach so schnell!

Leider mussten wir feststellen, dass Stillen eine Wissenschaft für sich ist. Anfangs denkt man „ach, Kind andocken, es trinkt, es dockt ab wenn es satt ist – fertig“. Das ist an und für sich auch so, außer.. ja außer es treten an irgendeiner Stelle Probleme auf.
Und wie sollte es bei uns anders sein – ein Problem!

Matthea hatte bereits im Krankenhaus ja schon einiges abgenommen und ist generell ein eher zartes Kind (so die Kinderärztin). Normal sollen Babys ja innerhalb von 2 Wochen ihr Geburtsgewicht wieder erreichen… was Matthea natürlich nicht geschafft hat. Kein Grund zur Sorge signalisierte mir die Hebamme, manche Kinder nehmen einfach langsamer zu. Ich hatte ja bereits meine Befürchtungen erwähnt, aber zunächst lief alles gut. Doch dann, bei einer weiteren Gewichtskontrolle mit der Hebamme, hat meine kleine Maus doch tatsächlich abgenommen. Friede, Freude, Eierkuchen, relaxte Stillbeziehung.. meine schöne Stillidylle war hinüber.

dsc_1185Mir wurden nun 3 Lösungen angeboten:
1. Weiter voll stillen und zusätzlich abpumpen
2. Weiter stillen und dazu Pre zufüttern
3. Komplett abstillen und nur noch die Flasche

Lösung 3 war sofort raus. Lösung 2.. naja… also erstmal Lösung 1? Ich war mir absolut unsicher, habe mir aber am nächsten Tag direkt ein Rezept für eine elektrische Pumpe geholt, einen Termin zur Gewichtskontrolle bei der Kinderärztin vereinbart und schließlich über Facebook Kontakt mit einer lieben Stillberaterin aufgenommen.
Die Gewichtsentwicklung war tatsächlich bedenklich, mir wurde empfohlen für einige Tage doch Pre zuzufüttern, dazu Muttermilch abpumpen und zufüttern, weiterhin natürlich anlegen und stillen nach Bedarf und auf jeden Fall alle 2 Stunden. Außerdem sollte ich keinesfalls mit Flasche füttern, um eine Saugverwirrung zu vermeiden. Es gibt Möglichkeiten Fläschchen zu umgehen – Bechern, Fingerfeeding oder Brusternährungsset (BES). Bechern funktionierte zwar, war aber langwierig und Matthea schrie die meiste Zeit mehr als das sie trank. Fingerfeeding macht man normal bei Früchchen.. also besorgte ich mir ein BES. Mit diesem BES kann meine Maus gleichzeitig an der Brust trinken und bekommt zusätzlich Milch (Pre oder abgepumpte MuMi) über einen kleinen Schlauch. Ist aufwendig, funktioniert aber ziemlich gut. So haben wir es in 10 Tagen von 3390g auf 3550g (KiÄ) bzw. 3400g auf 3625g (Hebamme) geschafft – und somit nach 6 Wochen endlich unser Geburtsgewicht erreicht! Wenn sie jetzt die Kurve bekommt haben sich die Mühen gelohnt und wir können wieder ganz normal stillen. ❤

dsc_1144Leider komme ich so quasi zu nichts.. da ich tw. echt lange sitze, entweder pumpen oder stillen, entweder die Maus auf dem Schoß oder im Tragetuch. Ich hab gestern schon innerlich gefeiert, dass ich mit dem Papa zusammen draussen endlich mal die Äpfel auflesen konnte und jetzt mal 20min Zeit habe meinen Beitrag zu schreiben. Aber wenn ich dann am Wickeln bin (oder der Papa) und Matthea quietscht vergnügt weil sie das Geräusch vom Heizlüfter so toll findet oder lacht uns an oder schaut mit großen Augen umher – dann weiß man sofort wieder, dass es total egal ist wie viel oder wenig man schafft wenn man sein kleines wunderhübsches Bündel voll Glück sieht ❤

Das Foto mit Wilbur zeigt übrigens eins unserer Lieblingsoutfits. Vermutlich hätte ich es niemals im Laden gekauft, im Grunde ist es auch echt unauffällig. Aber es war ein Geschenk und ich greife unbewusst immer wieder dazu, einfach weil es ein völlig unerwartetes Geschenk war und mir das einfach sehr viel bedeutet. Es ist so schade, daß Matthea jetzt quasi schon fast rausgewachsen ist. Wir haben mittlerweile 3 Outfits, die wir definitiv behalten werden. Eins kommt dann auch, wie bei Matthis, in einen Rahmen und an die Wand. 😀
Gerade gestalten wir auch eine Bilderwand im Wohnzimmer, mit einer Leinwand von Matthis und einer von Matthea, mit einem 12er-Rahmen von Matthis und einer von Matthea, dazu ein Bild von Hopi und mal schauen was noch 🙂 Jetzt sind Gäste allerdings auch gezwungen unseren kleinen Sternenjungen in Lebensgröße zu bewundern, genauso wie Matthea 😉

img-20161010-wa0010Langsam bekommen wir auch sowas wie Routine, auch wenn das Still-Dilemma bei uns wieder einiges durcheinander geworfen hat. Wir kommen auch kaum zur Ruhe, da immer noch alle 2-3 Tage die Hebamme kommt und das Gewicht prüft, dazu Arzttermine, Ostheopat, usw. Aber wir schaffen es jeden Tag, einen kleinen Spaziergang zu machen, egal wie das Wetter ist. Die Maus wird ins Tragetuch gepackt, einen Tag der Papa, einen Tag die Mama – und dann gehts los, zu Matthis, einkaufen, durch den Ort.

So, und jetzt muss ich auch schon wieder aufhören, da die Maus ihre 20min Nickerchen beendet hat. Außerdem wollen wir heute noch Fuß- und Handabdrücke machen 🙂

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12 Gedanken zu „Fachstudium „Stillen“

  1. Ich bin da bei meinem ersten Kind auch ganz naiv an die Sache rangegangen und dachte, da wir ja Säugetiere sind, ist das Saugen und Saugen können das selbstverständlichste der Welt. Ich habe bei meiner Tochter wohl einfach zu schnell aufgegeben, obwohl sie später selbst bei der Flasche eingeschlafen ist. Hätte ich da mehr Stillerfahrung gehabt, hätte es bei meinem Sohn wahrscheinlich geklappt, aber diesmal hat meine Brust kapituliert und es war einfach zu stressig, da wir ausgewandert sind, als er 2 Monate alt war (ging nicht anders von der Zeit her, da mein Mann nicht später seine Arbeit annehmen konnte). Was ich total überraschend fand ist, dass mein Sohn selbst nach mehreren Tagen wo es nur Flasche gab (Brust brauchte Erholung), er trotzdem wieder ganz selbstverständlich an die Brust gegangen ist. Aber da war für ihn einfach nicht mehr genug Milch zu holen. Abpumpen ist ja nicht so stimulierend wie stillen. Also Flasche und Brust müssen sich nicht unbedingt einander gegenüber stehen.

  2. Schön, dass sie ihr Gewicht wieder hat und alles Gute. Und dann noch ein Hormonquitscher: aaaaaw, ist die aber süß!!!! So ein hübsches Baby!

  3. Zuerst einmal Alles Gute für Euch,Glückwunsch zu der kleinen Maus.Zum Thema stillen plus Flasche meinte meine Hebamme damals, sowas wie eine Stillverwirrung gäbe es nicht,es soll sich bloss keiner verrückt machen lassen.Wichtig wäre ein sattes und glückliches Baby.Punkt.

    Ich selbst habe nicht gestillt,kann also nur bedingt nachvollziehen, wieso sehr viele „auf Teufel komm raus “ stillen wollen.Ich hatte es damals kurz versucht, hat aber nicht geklappt und dann hat meine Tochter die Flasche bekommen.
    Natürlich ist Muttermilch grundsätzlich das Beste fürs Baby,aber wenns nicht klappt, was will man machen ??

    Auf jeden Fall Alles Gute für Euch,ihr werdet Euren Weg schon gehen.

    LG
    Starfly

    • Danke 🙂
      Hm ja, scheint eine Hebamme „anno dazumal“ gewesen zu sein, quasi aus dem Mittelalter. Natürlich gibts Babys die da gut wechseln können, aber ein Großteil hat eben Schwierigkeiten und das Risiko ist groß, ich persönlich möchte es nicht eingehen.
      Ich kann übrigens weder bedingt noch überhaupt nachvollziehen warum jemand „einfach nur“ Flasche geben will. Diese Nahrung ist nie warm und fertig wenn das Baby Hunger hat und ich ständig panisch schaue wann ich evtl. vorbereiten muss falls die Maus Hunger bekommt. Schon die wenigen Tage Zufüttern haben mich derart gestresst, dass ich mir einfach nur die entspannte Zeit des Vollstillens zurückwünsche – Baby hat Hunger, Shirt hoch, Baby dran, Baby trinkt, Baby satt, Baby und Mama glücklich. Da gehts primär nicht mal im Muttermilch sondern der riesen Aufwand des Flaschenfütterns. Nachts aufstehen, ständig Flaschen spülen, Nahrung anrühren, dieses ewige Zeitmanagement damit ich nicht 10min warte mit schreiendem Kind bis diese Kunstmilch die richtige Temperatur hat.. naja.. ich bin jedenfalls froh wenn wir dieses Tief hinter uns haben und wieder voll stillen können und dürfen 🙂 Wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg denke ich 🙂

      • Alles Gute zum Erdengeschwisterchen, ich freue mich unglaublich für euch! habe in ähnlicher Situation den Tipp bekommen, das Wasser in Trinktemperatur in einer Thermosflasche vorzubereiten. So war die Milch in ca. 30 Sekunden fertig. Es klingt, als ob ihr bzgl. Stillen in sehr guten Händen seid. Drücke euch die Daumen!!

      • Nein es war sicher keine Hebamme „anno dazumal“ und ich finde es ehrlich gesagt sehr überheblich sowas direkt zu unterstellen.

        Die Entscheidung „einfach nur “ Flasche zu geben war meinerseits nicht freiwillig.Es hat mit dem Stillen nicht geklappt,meine Tochter war bei der Geburt nur 2500 Gramm leicht,da war es mir persönlich einfach wichtig(er),das sie nicht noch an Gewicht verliert sondern zunimmt.

        Natürlich ist Stillen praktischer, aber man kann auch eine Flasche schnell zubereiten (s.heißes Wasser Thermoskanne).
        Schade finde ich es wenn , man als „Flaschenmama“ unterschwellige Vorwürfe gemacht bekommt a la „du hast deinem Kind aber nicht das Beste gegeben“.

        Meine Tochter ist mittlerweile fast 6 Jahre alt, weder war sie häufig krank noch hat sie irgendwelche Allergien.
        Flaschenkinder können also durchaus auch gut gedeihen 😉

      • Ach ja. Warum fühlen sich eigentlich alle Fläschchenmamis sofort angegriffen? Ich bin auch nur mit Flasche groß geworden und auch aus mir ist was geworden. Aber wenn ich nun mal stillen möchte finde ich es dagegen ebenfalls überheblich wenn alle sagen „ach Flasche ist doch nicht schlimm“.
        Und das es keine Saugverwirrung gibt sind Ansichten aus Hitlerzeiten – sorry. Natürlich muss es nicht jedes Kind haben und es gibt sicher viele die problemlos wechseln aber einfach zu sagen das gibt es nicht ist schlichtweg nicht richtig.
        Letztendlich bekomme ich als Stillmama ja auch Vorwürfe gemacht warum ich nicht „einfach“ Flasche gebe. denn angeblich ist es ja viel einfacher, bisher habe ich genau 2x gesagt bekommen das es toll ist das ich mich engagiere und weiter voll stillen möchte, aber bestimmt 20x warum ich nicht einfach Flasche gebe. Und jetzt rate wie die verschiedenen Meinungen wohl entstehen…
        Ich denke im Grunde muss es jeder selber wissen. Das war schon mit der Geburtshaus ja oder nein Diskussion so und geht bei Stillen oder Flasche, tragen oder Kinderwagen, Pampers oder Stoffis usw weiter. Ich jedenfalls werde weiter kämpfen fürs Stillen solange es geht.

  4. Hm, möchte mich mal kurz einmischen. Ich habe unseren Sohn 8 Monate gestillt, jetzt bin ich wieder schwanger und habe ihn abgestillt. Ich würde es jedenfalls nicht wieder so lange machen. Du wirst auch merken: Zu Beginn ist das ganz toll, aber irgendwann nervt es auch, wenn man nie das Füttern abgeben kann. Das mit dem BES ist auch so ne Sache: Auf der einen Seite ist es gut, dass du da so hinterherh bist, auf der anderen Seite ist das natürlich sehr aufwendig und nicht ewig machbar. Finde ich jedenfalls. Mal sehen , was du uns in einigen Monaten dazu schreibts.
    LG

  5. Huhu. Ich denke das ist auch sehr typabhängig. Ich kenne mittlerweile Frauen die nach 6 Monaten abgestillt haben (zumal ihr Kind sehr früh mit Beikost angefangen hat), ich kenne mittlerweile aber auch Frauen die 2 Jahre gestillt haben und damit sehr glücklich waren. Ich kenne mittlerweile auch eine ganz liebe September-Mami die sehr früh abstillen musste weil einfach keine Milch kam (und man weiß ja nie wie sich das bei mir weiter entwickelt) und die ist auch glücklich damit. Denke da muss jeder seins finden. Momentan möchte ich einfach lieber stillen als Flaschen geben, nicht weil ich Fläschchen per se scheisse finde sondern weil ich gerade jetzt im Moment und aktuell stillen als angenehmer und besser empfinde. Das BES war übrigens keine „langfristige“ Lösung, wir wollten ja lediglich das Gewicht ankurbeln, da vermutet wurde das sie mit einer Mangelversorgung trotzdem einen satten Eindruck gemacht hat. Wenn sie von allein wieder genug zunimmt brauchen wir ja auch nicht mehr zufüttern – das jedenfalls war und ist das Ziel 🙂

    • Ah, ok. Man sollte wohl auch gar nicht so weit in Die Zukunft denken, man weiß eh nie, wie sich das entwickelt. Und bei dem Thema Ernährung muss halt auch das Kind mitspielen, nütz ja nix, wenn Brust oder Flasche nur angebrüllt werden. 😁

  6. Ich finde es toll, dass du es weiter versuchen möchtest mit dem stillen und drücke dir die Daumen, dass es so klappt, wie du es dir vorstellst. Ich selbst habe vier Wochen mehr oder weniger gestillt, allerdings von Anfang an zugefüttert weil meine Maus nicht zunehmen wollte. Stillen selbst klappte nur mit Brusthütchen bedingt gut, sie konnte meine Brustwarzen nicht fassen weil die zu flach sind. Dazu habe ich alle zwei Stunden abgepumpt. Ich befand mich vier Wochen lang in einem ewigen „ablegen, abpumpen, zufüttern“ Kreislauf, der mir überhaupt nicht gut bekam. Meine Tochter wurde ebenfalls durch Sectio entbunden und ich habe sehr lange gebraucht, um mich davon zu erholen. Jedenfalls sagte meine Hebamme in dieser Zeit zu mir: ein Kind kann ohne Muttermilch, aber nicht ohne Mutter. Dieser eine Satz nahm soviel Druck von mir (denn das ist es ja, wenn man so unbedingt stillen will und es nicht klappt), dass ich eigentlich relativ leichten Herzens Abschied davon genommen habe. Meinetwillen und aus liebe zu meiner Tochter, der ich mit meiner ewigen unentspannten und gereizten Art sicher nicht gut getan habe. Im Nachhinein betrachtet frage ich mich sicher schon, was wäre gewesen, wenn ich mehr Durchhaltevermögen gehabt hätte? Hätte meine Milch irgendwann gereicht? Hätte es auch ohne Hütchen klappen können? Ich habe diese kurzen Momente sehr genossen, aber es war genauso schön, ihr die Flasche zu geben und mit ihr dabei zu kuscheln und ihr zu erzählen, wie lieb ich sie hab. Und das Fläschchen machen selbst geht fix, ich habe vorportioniert und einen wasserkocher, bei dem man die Temperatur einstellen kann. Und wenns Baby schon schreit vor Hunger, ist man eh zu spät. Also man kann sich arrangieren. Trotzdem finde ich es immer toll, wenn stillen klappt und Mutter und Kind es genießen können. Kasteien sollte man sich dafür aber nicht, da sind andere Dinge wichtiger.

    Alles Gute für euch!

  7. Ich finds super, dass ihr euch so engagiert und dabei so entspannt bleibt! Ich kann eure Entscheidungen gut nachvollziehen und finde das mit dem Brusternährungsset eine super Sache! Das sieht zwar super kompliziert aus und ich denke viele schieben das gleich in die „Frühchenecke“ – aber warum eigentlich? Das könnte bestimmt auch vielen anderen helfen!
    Ich Stille jetzt an meinen beiden Kindern zusammen 2+ 0,5 Jahre und es gab keinen Tag, an dem ich nicht wenigstens ein Mal kurz dachte wie schön das ist und wie viel Glück wir doch haben! Gerade wenn sie älter werden und es nur noch ein kleines „Extra“ zur normalen Ernährung ist (dann kann man sogar wieder einigermaßen flexibel sein 😉 )
    Also ich kann mir gut vorstellen dass ihr zwei hübschen noch eine lange und schöne Srillbeziehung haben werdet 🙂

    Alles Liebe!!
    Marina

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