Noch ein Rainbow Baby?

DSC_0394Die Frage wurde mir jetzt schon häufiger gestellt. „Wollt ihr eigentlich noch ein Geschwisterchen für Matthea?“ Und da ich mich schon seit einer Weile mit der Thematik beschäftige gibt es jetzt extra einen Eintrag dazu 🙂

Und zur Beruhigung – nein ich bin nicht schwanger. 😉

Zuerst mal, ich weiß von den meisten ist es nicht böse gemeint aber die Frage sollte lauten „Wollt ihr eigentlich noch ein Geschwisterchen für Matthea und Matthis?“ oder gleich einfach nur „Wollt ihr noch ein weiteres Kind?“ oder „Wollt ihr eigentlich noch ein Geschwisterchen?“. Ich weiß, dass das eine Spitzfindigkeit meinerseits ist und sich die Fragesteller gar nicht bewusst sind was das mit mir macht. Denn um ehrlich zu sein, es versetzt mir einen fiesen Stich ins Herz wenn Matthis plötzlich außen vor ist. Ich weiß auch, dass es nicht böse gemeint ist aber es tut trotzdem irgendwie weh 😦

Dazu ein kleiner Exkurs zum Thema „wie erwähnt man ein Sternenkind im alltäglichen Leben“..
Letzte Woche war ich mit meinen Eltern und Matthea gemeinsam einkaufen. Wir wollten eine schwarze Hose für mich kaufen und waren in einem Bekleidungsgeschäft. Natürlich plaudert die Verkäuferin fröhlich drauf los „Die ist ja süß!“ und wie sollte es anders sein „Na, ihr erstes Kind?“
Was antwortet man da? Was antworten eigentlich andere Sternenmamis?
Ich persönlich sage immer „Nein das zweite Kind, das große Bruder ist gestorben“. Ich kann und will meinen Sohn nicht verschweigen. Ja, die Menschen müssen sich halt einfach damit auseinander setzen das auch Babys sterben können, auch wenn sie im ersten Moment geschockt sind.
Ich habe im zweiten Geburtsvorbereitungskurs eine Ausnahme gemacht, aber im alltäglichen Leben mache ich das nicht. Mein Sohn hat existiert, ich habe ihn gespürt und im Arm gehalten – er ist mehr als eine Nummer im Standesamtregister und ein 1×1 Meter Feld auf dem Friedhof, auch wenn er nicht mehr da ist. Er ist ein Teil meines Lebens und ich verschweige ihn nicht nur damit sich andere vielleicht besser fühlen. Das mag hart klingen, vielleicht auch provokativ, aber es ist einfach so. Jemand, der das nicht erlebt hat, kann nicht nachempfingen wie weh es tut in Unterlagen bei der Frage „Wieviele Kinder?“ immer eine 1 eintragen zu müssen, da Matthis nicht „finanziell relevant“ ist. Alles in mir schreit „es sind 2 Kinder! 2!“ Deswegen muss ich in Situationen wie im Bekleidungsgeschäft sagen das Matthea die kleine Schwester ist. Es ist die Wahrheit! Und es ist wichtig für mich. ❤

So, zurück zum Thema „Geschwisterchen“. Zunächst mal die Antwort, die viele ja auch interessiert – JA, wir wollen es noch einmal versuchen!

Wer meinem Blog schon länger folgt wird wissen, dass das nicht ganz so einfach werden wird. Wir haben eine lange Kinderwunschgeschichte hinter uns. Ja, es hat zweimal ganz natürlich geklappt. Matthis war für mich noch immer ein großes Wunder, umso tragischer das er uns so schnell verlassen hat. Matthea ist entstanden, weil mein Körper durch das Nicht Stillen durch die stille Geburt einfach kurzzeitig mal so funktioniert hat wie ein normaler weiblicher Körper funktioniert.. mit Zyklus und Eisprung und allem was dazu gehört.
Natürlich könnte es ein weiteres Mal klappen. Aber wir sind uns durchaus bewusst was für ein wahnsinniges Glück (im Unglück) wir hatten 2 Kinder zu bekommen. Mein PCOS und das OATIII meines Mannes muss man realistisch betrachten – es kann, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Und ein drittes Mal im Lotto gewinnen, daran glaube ich nicht. Bereits bei der Nachkontrolle bei der Gyn nach Geburt von Matthea waren die Eierstöcke wieder voll mit kleinen Bläschen (auch wenn die Gyn sagte „alles sieht super aus“ – Perlenketten an den Eierstöcken sind nicht! super), die Haare im Gesicht wachsen als müssten sie einen Wettbewerb gewinnen und mein Gewicht macht schon wieder was es will wenn ich nicht ganz extrem aufpasse. Wir werden also wieder den Weg in die Kinderwunschklinik gehen..

Jetzt die Preisfrage – wann? Wir haben noch 2 Eisbärchen in der KiWu und die möchten wir gerne abholen, bevor wir irgendetwas weiter entscheiden. Warten müssen wir ohnehin bis September, das ist die gängige Empfehlung nach einem Kaiserschnitt (und ich möchte das erste Jahr mit Matthea auch weiterhin geniessen). Ich denke September/Oktober 2017 – da möchten wir wenn alles gut verläuft unsere Eisbären abholen (denn die lagern auch schon eine ganze Weile und es stellte sich die Frage – vernichten oder abholen, schon allein aus finanzieller Hinsicht, und da ich sie nicht vernichten will und kann ist die Entscheidung eindeutig).
Natürlich ist da noch etwas Zeit bis Herbst, der Sommer hat ja noch gar nicht begonnen. Aber ich brauche Vorlaufzeit. Mein PCOS, meine Schilddrüse, das Gewicht. Metformin. Zuckertest. Vordiagnostik. Das ganze Programm.

Und es gibt einen Haken. Wir stillen. Ich habe nicht vor das zu ändern solange es Matthea nicht von sich aus ändert und das könnte zum Problem werden. Durch das Stillen ist ja der Prolaktinwert erhöht und dieser verhindert den Eisprung (daher kommt übrigens das Märchen vom „Stillen als Verhütungsmittel“ 😉 ). Meine Periode habe ich auch bald 8 Monate nach Geburt noch nicht wieder bekommen. Liegt es am Stillen? Liegt es am PCOS? Man weiß es nicht…

Ich habe mal quer gelesen und mich informiert. Viele KiWu Praxen machen keine Behandlung wenn die Frau noch stillt. Das liegt zum einen daran, dass man nicht möchte das die Kinder Hormone über die Muttermilch aufnehmen. Zum anderen aber auch daran, dass das erhöhte Prolaktin einen Erfolg der Behandlung verhindern könnte und somit auch die Statistik der Praxis verschlechtern.
Jetzt muss ich schauen was unsere Ärztin sagt, wir werden irgendwann Mai/Juni mal einen Termin ausmachen und die Vorbedingungen klären. Laut Embryotox sind die Tabletten für eine unstimulierte Kryo unbedenklich. Auch Periode auslösen wäre möglich. Matthea ist dann ja auch schon wieder älter und wird dann vermutlich auch nicht mehr so arg viel stillen. Für eine ICSI würde ich vermutlich ohnehin bis 2018 warten und auch vorher abstillen.. aber das würde ich dann entscheiden. Ich rechne den Kryos jetzt nicht wirklich große Chancen aus aber ich will es wenigstens versucht haben. Studien und mehr Erfahrungswerte zum Thema „Stillen und künstliche Befruchtung“ gibt es eigentlich kaum. Ich habe nur 2 Sachen gefunden (in einer Stillgruppe von einer Beraterin) – Quelle 1 (Erfahrungsbericht, engl.) und Quelle 2 (Stellungname eine KiWu Praxis, engl.). Vielleicht mache ich mir auch umsonst Gedanken und wir stillen gar nicht mehr wenn wir dann beginnen wollen, aber momentan beschäftigt es mich und deswegen habe ich mich einfach mal informiert. 😉

Es gibt übrigens auch Reaktionen dazu. Ich hatte es ja schon mal anklingen lassen. Bei manchen Personen, wo man den Wunsch bzw. Plan äußert es nochmal versuchen zu wollen kommen Reaktionen die mich manchmal traurig stimmen. Ich soll doch auch mal an mich und meinen Körper denken, immerhin hätte ich nun 2 Schwangerschaften hinter mir und: „Nicht das dir auch noch was passiert!“ Ja klar, ich möchte noch ein Kind damit mir was passiert. Und ich wünsche mir ein weiteres Kind ja nicht für mich sondern will nur schwanger werden weil.. eh? mein Mann noch eins will oder wie? Naja.. Klar, ich werde mir da jetzt nicht so einen Druck machen und wenn es nicht klappt dann ist das zwar enttäuschend aber ich werde ja trotzdem nicht kinderlos bleiben. Wir werden wenn dann auch „nur“ die 3 Versuche, die wir hoffentlich von der Krankenkasse bekommen, in Anspruch nehmen. Außerdem ruft auch wieder die Arbeitswelt und wir wollen ja auch unter die Häuslebauer gehen, selbst wenn es hier irgendwie ziemlich aussichtslos ist.

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2 Gedanken zu „Noch ein Rainbow Baby?

  1. Ach deswegen ist der Zyklus vom Stillen so „durcheinander“. Schon wieder was gelernt 🙂 Danke dafür.

    Ich verstehe dich vollkommen. In allem. Was Matthis betrifft. Was das (Ab-)Stillen betrifft. Und was den Wunsch nach einem 3. Kind betrifft. Bin gespannt, was eure KiWu zum Thema Stillen und Kryo sagt. Und natürlich auch, ob es bis dahin überhaupt noch ein Thema ist. Aber auch da würde ich es machen wie du. Lieber vorher informieren, denn man weiß eben nicht, was bis dahin ist. Es kann sein, dass ihr nicht mehr (viel) stillt. Es kann aber genau so gut sein, dass ihr immer noch stillt.

    Auf jeden Fall wünsche ich euch von ganzem Herzen Glück. Und ein Geschwisterchen für deine beiden wundervollen Kinder ♥

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