Das schwarze Loch

superoma04Ach du Schreck, jetzt ist schon bald wieder Februar! Die Zeit vergeht wie im Flug. Das ist natürlich einerseits schön, andererseits auch nicht.
Im Januar gab es schon wieder ein volles Programm, u.a. hatte die Oma Geburtstag und wir waren viel unterwegs. Wir haben auch direkt die Karte im Schwimmbad aufgeladen und waren mit Matthea im Schwimmbad. Sie liebt es und da macht das natürlich doppelt Spaß 😉

Zur Zeit läuft eigentlich alles prima, ich müsste doch eigentlich überglücklich sein… und bin es nicht. Naja… so richtig stimmt das auch nicht, aber irgendwie doch. Natürlich bin ich glücklich, dass wir unsere Matthea haben und wenn ich morgens in ihr strahlendes Lächeln blicke geht mir das Herz auf.

Doch es gibt auch die andere Seite.. ich möchte ab Herbst gerne wieder arbeiten. Mein alter Job ist keine Option mehr. Die Wunschausbildung würde 3 Jahre ohne Verdienst bedeuten. Und jetzt grüble ich ständig darüber nach. Was will ich? Was wäre denn als Job was für mich? Welche Möglichkeiten habe ich?
(als Beispiel: ich habe eine Ausbildung gefunden, die mich auch interessiert, da wäre ich aber direkt mal 6 Monate weg und das kann ich mir mit M-chen nicht vorstellen und mitnehmen geht nicht)
Dann ist noch etwas anderes nicht so ausgegangen, wie wir uns das gewünscht haben, aber darauf möchte ich nicht näher eingehen…

Ein weiterer Punkt ist der immer noch bestehende Kinderwunsch fürs Geschwisterchen.
Es ist irgendwie schwer zu beschreiben. Natürlich ist es nicht leicht, wenn du noch kein Kind hast und dir sehnlichst eins wünscht, denn die Angst immer kinderlos zu bleiben ist selbstverständlich groß. Viele Jahre lang hat mich diese Angst begleitet. Irgendwie wussten wir nicht genau was wir uns wünschen, denn wir hatten ja noch keine Kinder. Man kann es sich ja nur ausmalen, wie es sein wird. Aber wir waren uns sicher.
Dann, endlich schwanger. Wir dachten, dass wir unseren Wunsch endlich erfüllt haben und bald unser Wunder im Arm halten. Leider war es dann nicht so. Und auch hier – natürlich waren wir sehr traurig. SEHR traurig. Wir lieben unseren Sohn, genauso wie wir jetzt auch unsere Tochter lieben. Doch rückblickend finde ich, konnten wir gar nichts ermessen. Wir wussten nicht was wir verloren hatten, weil wir es noch nicht erlebt haben wie es ist wenn man es nicht verliert. Wir wussten nicht was wir uns wünschen, weil wir es noch nicht erlebt haben wie es ist ein Kind zu haben.
Doch nun wissen wir es. Wir wissen was wir verloren haben und es hat noch einmal genauso weh getan als wir es quasi vor Augen geführt bekamen. Wir wissen was wir nicht haben dürfen wenn wir sagen, dass wir uns noch ein Kind wünschen. Ich lese immer „du hast es doch gut, du hast doch schon ein Kind, wenigstens bleibst du nicht kinderlos“ und ich gebe zu, dass ich manchmal, bevor ich mit Matthis schwanger war und bevor wir Matthea bekamen, auch so dachte wenn ich in Foren las wenn es um den Geschwisterwunsch ging. Und den Leidensdruck, kinderlos zu bleiben, will ich gar nicht abwerten. Mit Sicherheit kann ich leichter akzeptieren, wenn es mit dem Geschwisterchen nicht klappt, denn ich habe ja immer noch Matthea (und Matthis). Trotzdem… ist es auch irgendwie auch schwerer, eben weil ich weiß was mir verwehrt bleibt. Mir fällt es gerade so viel schwerer zu lesen, daß mehrere September2016-Mamas bereits wieder schwanger sind. Generell merke ich, wie mir ein positiver Test einen Stich versetzt. Komischerweise ging es mir vor meinen Schwangerschaften nicht so. Was nicht heißt, dass ich es nicht verstehe wenn es noch Kinderlosen anders ergeht. Ich wollte damit lediglich ausdrücken, dass es mir so geht. Mein Leidensdruck ist momentan – und ja das wundert mich – größer als damals (damals, wie das klingt, als läge es schon ewig zurück o.O) als ich noch keine Kinder hatte. Vielleicht stimmt es ja auch nicht, und ich empfinde es nur gerade jetzt in der Situation so.

Jetzt sieht die Sache immer noch so aus: Das Kind stillt. Die Kinderwunschklinik behandelt erst nach dem Abstillen. Tja. Mensch, M-chen ist doch schon fast 17 Monate, reicht es nicht langsam? Nein. Um ehrlich zu sein – weder ich noch (und vor allem) Matthea sind bereit unsere (sehr harmonische) Stillbeziehung schon zu beenden. Den blöden Sprüchen anderer zum Trotz, und aus Überzeugung. Ja, ich bins leid immer wieder zu hören „Was trinkt sie denn so?“ oder „Hast du überhaupt noch genug Milch?“ Oder auch „Willst du deinen Körper nicht wieder für dich?“ Was soll ich sagen. Für uns ist es gut so und wir wollen das nicht ändern. Außerdem ist das schon mega süß, wie sie jetzt immer ankommt, das T-Shirt angedeutet nach oben schiebt, um mir zu deuten, dass sie an die Milchbar möchte.
Jedenfalls wirds nicht einfach, denn so wie es aussieht wird sich die Maus nicht zeitnah abstillen. Und ich habe noch immer weder Zyklus noch sonstwas, obs nun am Stillen oder am PCOS liegt kann ich nicht sagen. Es belastet mich, denn ich werde nicht jünger. Unsere Chancen sinken. Aber ich kann auch nicht gegen meine Überzeugung und mein Bauchgefühl handeln.

Jedenfalls habe ich momentan das Gefühl, dass ich mich am liebsten nur verkriechen und heulen würde. Vieles fällt mir schwer was eigentlich normal sein sollte. Und gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen, weil es – auch im Vergleich zu anderen – anderen ja viel schlechter geht. Das ist doch blöd. Jetzt muss ich mal schauen, wie ich aus diesem schwarzen Loch wieder heraus komme… *seufz*

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5 Gedanken zu „Das schwarze Loch

  1. Bezüglich abstillen verstehe ich deinen Zwiespalt. Ich habe gerade eine Brustentzündung, da mein Sohn eine Verletzung an den Talgdrüsen immer wieder aufknabbert. 😦 Also heißt es jetzt wohl doch so langsam abstillen. (er ist genauso alt wie deine Tochter) Ich habe ihm erklärt, dass die Mama ein Aua an der Brust hat und er deswegen nur noch selten an die Brust darf, damit das heilt. Seltsamerweise stillt er seitdem viel seltener.
    Vielleicht stillt sich Matthea auch langsam ab, wenn du mir ihr darüber redest, dass du gern noch ein Baby möchtest? Manchmal verstehen einen diese Mini-Kinder besser als man denkt!
    Alles Gute für dich!

    • Ich hatte erst die Tage eine Verletzung an der Brustwarze, hat sie vom Stillen nicht wirklich abgehalten. Sie braucht es halt auch noch sehr. Aber ich werde mal versuchen es ihr immer mal wieder zu erklären, mit 17 Monaten verstehen sie ja schon viel. 🙂 Danke!

  2. Ich finde deine Beiträge sehr einfühlsam geschrieben. Man kann sich wenigstens ein klein wenig vorstellen, was alles auf einen zukommen könnte.

    Wegen dem Stillen bin ich auch immer entsetzt, wie sogar vollkommen Fremde im Nu eine abwertende Bemerkung machen. Auch Männer, die weder mit Schwangerschaft oder kleinen Kindern näher in Kontakt gekommen sind. Ich konnte das bei meiner Freundin sehen. Ich selbst wusste nicht viel vom Stillen oder Ähnlichem und es kam mir überhaupt nicht merkwürdig vor, dass ihr Kleiner mit fast drei Jahren noch ein zwei Mal am Tag gestillt wird. Es war immer so natürlich und wird ja schon von allein weniger.

  3. Danke für deine offenen Worte! Bitte vergleiche dich nicht, das macht nur unglücklich. Wir haben doch alle ganz unterschiedliche Voraussetzungen und jeder eine andere Schmerzgrenze und Prioritäten. Du darfst natürlich mitfühlend mit denen sein, die – gefühlt oder offensichtlich – mehr ertragen müssen. Aber hab bitte deswegen kein schlechtes Gewissen! Es ist DEIN reales Leid und du DARFST traurig sein. Ich finde, es gehört auch zur Selbstfürsorge, die eigenen Sorgen ernst zu nehmen und nicht im Vergleich mit anderen abzuwerten. Von Herzen alles Gute für euch!

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