Es weihnachtet sehr!

Hallo ihr Lieben!

IMG_20180919_074838_757Ich hab jetzt ganz oft einen Beitrag begonnen und dann doch nicht weiter geschrieben und immer wieder gelöscht. Irgendwie fehlten mir die Worte..

✯ Festhalten was man nicht halten kann,
begreifen wollen was unbegreiflich ist,
im Herzen tragen was ewig ist! ✯

Oktober und November sind bei mir aber auch immer eine schwere Zeit… denn Matthis hat Geburtstag und November ist traditioneller Trauermonat. Draußen wird es dunkler, drinnen zündet man jetzt auch mal eine Kerze an und schon ist man gedanklich beim Sternenkind… Kerzen verbinde ich unweigerlich mit ihm ❤
Auch in EH habe ich tatsächlich bei einem längeren IMG_20180930_220941_180Spaziergang den Friedhof aufgesucht und nach den Sternenkind-Gräbern geschaut. Gefunden habe ich erstmal nur einen einsamen kleinen Stein am Rande der Urnenwand. „Ungeboren unvergessen„. Ein paar vertrocknete Blümchen davor und ein kleiner Engel. Ich war etwas enttäuscht, es sah so ungeliebt aus. Natürlich, ich weiß nicht was erlaubt ist und was nicht. Ich kenne die Friedhofsordnung nicht. Und vor allem kenne ich die Eltern nicht, haben sie überhaupt die Kraft dorthin zu gehen. Ist ein Grab, ein Stein, ihr Weg der Trauer?
Einige  Tage später, bei einem weiteren Gang über den Friedhof – ja ich mag tatsächlich Friedhöfe mittlerweile sehr gerne, ich schlendere gerne über einen Friedhof, gucke mir die Grabsteine an und mache mir so allerhand Gedanken – entdeckte ich eine Ecke wo die älteren Sternenkinder liegen, die kurz vor, während oder nach der Geburt verstarben. Seltsam, aber in diesem Moment dachte ich, dass Matthis hier fehlt, obwohl er doch seinen Platz schon hat. Aber Gräber ziehen eben nicht einfach so mit um und in dem Moment fühlte er sich so weit weg an..
Tatsächlich bin ich ja einmal die Woche bei ihm. Keine 200m entfernt hocke ich am Schreibtisch und arbeite für die Pfarrerin. Nach meinen maximal 3h Arbeit schaue ich jedes Mal noch auf dem Friedhof vorbei. Im Herbst musste ich sein Grab erstmal frei räumen, denn von den großen Ahornbäumen fielen immerzu die Blätter herunter. Einige kleiner Dekosachen haben wir in Sicherheit gebracht, denn wenn die Gemeinde mit den Laubbläsern anrückt blasen sie auch ohne Rücksicht seine Deko weg.

Am 3. Oktober war Matthis dritter Geburtstag. 3 Jahre ohne Matthis.. und doch mit ihm. Großes Matthis-Vermissen bei uns weiterhin.

Es gab Geburtstagsmuffins, Geschenke (ein Duplo Auto). Wir sind am 3. Oktober dick beladen zu Matthis gefahren, haben sein Erdenbettchen neu bepflanzt (ein Regenbogen aus Heidepflänzchen) und einen großen Geburtstags-Blumenstrauß aufgestellt. Anschließend gab es auf „unserer“ Bank ein Picknick auf dem Friedhof.
Licht und Schatten. Zunächst wurde uns aber mal wieder vor Augen geführt, dass das lebende Kind mehr Wert ist als das verstorbene. Für mich als Mutter ist das schwer zu ertragen, liebe ich sie doch beide so sehr. An Matthis Geburtstag hat mich das noch mehr getroffen als sonst..
Während dem Picknick kam dann noch eine liebe (ehemalige) Nachbarin vorbei. Wir haben uns nett unterhalten, was mich wieder ein bißchen versöhnt hat.
Und besonders toll: an Matthis Grab lag ein kleines Brieflein. Liebe Worte von einer unserer beiden lieben Hebammen, die mit uns die Geburt begleitet haben. Das war eine schöne Überraschung und wir nehmen uns ganz in Ruhe Zeit für eine Antwort 🙂

Nach Matthis Geburtstag waren wir beim Großvater und der Nonna in Balingen. Dieses Jahr „verspätet“ nicht vor sondern nach Matthis Geburtstag. Staus mit Vollsperrung und Kleinkind im Auto sind schon … blöd. Da darfs dann auch mal ein Spaziergang neben der Autobahn sein. Wir sind viel gelaufen, haben sämtliche Spielplätze in der Umgebung ausprobiert und natürlich die Sternenkinder auf dem Balinger Friedhof besucht. Es war ein schönes Wochenende, mit guten Gesprächen, Zeit zum Durchatmen.

Das Wetter war ja kurios. Am 15. Oktober ohne Jacke auf dem Spielplatz. Und abends dann der Wave of Light, am Gedenktag für Kinder, die in der Schwangerschaft, während oder kurz nach der Geburt von uns gehen mussten. In der jeweiligen Zeitzone wird um 19 Uhr eine Kerze angezündet und ins Fenster gestellt. So geht 24 Stunden lang eine Welle des Lichts um die Welt. Auch Matthis Kerze brannte, für ihn und alle Sternenkinder. Mittlerweile kenne ich so viele, so viele Namen, zu viele.  20181015_190016

Im November habe ich dann im Hobbyraum die Nähmaschinen wieder ausgepackt. Ablenkung war angesagt. Und am 10. November war es soweit: Mattheas erster Laternenumzug mit der KiTa. Bereits eine Woche zuvor hatte ich in der Kita eine Laterne gebastelt (Matthea war krank und musste leider daheim bleiben) und zuhause fertig gestaltet. Mit Hochdruck arbeitete ich an der Fertigstellung eines Laternenkind-Outfits. Und am 10.11. war alles bereit: Laterne, Klamotte, Kind. Und die Großeltern.
An der KiTa stand schon die Feuerwehr und es gab ein Gruppenbild mit allen Kids und den Feuerwehrleuten, die den Umzug absichern würden. Dann ging es los – wir sangen „Ich geh mit meiner Laterne“ und liefen dann quasi unseren täglichen Heimweg (KiTa – Schulhof, an der Schule entlang bis zum Seniorenheim). Am Seniorenheim gab es einen kurzen Stopp mit Singen für die älteren Damen und Herren. Dann ging es dann der Dill und am Sportplatz entlang bis zum Bolzplatz, wo Sankt Martin auf seinem weißen Pferd seinen Mantel teilte und dem Bettler spendete. Anschließend gabs auf der Spielwiese der KiTa Lagerfeuer, Weckmänner (ohne Tonpfeife T_T) und für alle was fürs leibliche Wohl auf dem Innenhof. Schade, dass manche Menschen trotzdem nur meckern (Strecke zu lang, mir tut dies und das weh, Wurst zu labbrig oder falsches Gewürz drin, Brötchen lasch, Wetter doof). Dadurch hatte am Ende auch mein Mann nicht mehr die beste Laune und so sank meine dann auch auf den Gefrierpunkt.
Matthea hatte zum Glück riesig Spaß – laufen, Laterne tragen, dem St. Martin zugucken, Weckmänner (1,5 Stück hat sie geschafft o.O) und Würstchen futtern. Und ihr Outfit wollte sie später auch nicht mehr ausziehen..

Und jetzt ist schon wieder Dezember… Mattheas Adventskalender hängt – ein selbstgestrickter Socken-Adventskalender von der (ehemaligen) Nachbarin Frau A. Die Weihnachtsbeleuchtung ist aufgebaut. Hier war erstmal etwas Planung nötig, da unsere Deko ja auf die alte Wohnung ausgelegt war. Ein bißchen was durfte ausziehen, einiges neu einziehen. Sehr viel Deko baue ich aber gar nicht mehr auf.
Hinzu kommt mein Adventskalender von den Nähkromanten, wie jedes Jahr. Und ein Familienfotoshooting, auch wie (hoffentlich) jedes Jahr. Die Weihnachtsgeschenke für die Kinder sind besorgt. Die Lage ist entspannt.

Matthea ist gerade in der KiTa. Ihr gefällt es dort sehr gut. Sie bleibt immer noch nicht gerne woanders ohne Mama oder Papa, aber KiTa ist okay. Naja, mal schauen wie sich das entwickelt..

20181107_161958Jetzt versuche ich mal die Schüsseln und Schalen wieder in der Küche zu verstauen, die Matthea jeden Tag fleißig ausräumt und auf dem Sofa stapelt. Und dann mache ich Klarschiff in der Küche und dann ist es auch schon wieder Zeit die Maus in der KiTa abzuholen. Und – heute Nachmittag arbeiten und Matthis besuchen ❤ Wenn ich es schaffe bekommt er heute seine Lichterkette ums Grab (Bäumchen und erste Deko gabs letzten Freitag schon) und die erste Kerze im Adventszug kann ich dann auch anmachen 🙂

Ich wünsche euch schon mal eine schöne Vorweihnachtszeit und hoffe, ich schaffe und kann mich zwischen den Jahren nochmal melden. ❤

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