Hurra ich bin da!

Ich darf vermelden: am 28.1.2021 kam unser Sohn Milian bei 40+2 zur Welt – leider per Re Sectio. Und ich bin natürlich noch den Geburtsbericht schuldig.. 🙂

Bereits im Vorfeld war meine Situation ja schwierig. Ich war 10 Tage nach dem Geburtsplanungsgespräch noch einmal in der Klinik, dann immer im 2-Tage-Rythmus zur Kontrolle – einmal noch Frauenarzt, dann jeweils in der Klinik. Oft bin ich sogar mit dem Zug gefahren und außerdem war es möglich M-chen währenddessen in der KiTa unterzubringen, so dass ich sie sicher betreut wusste. Zwar waren in Hessen die KiTas ja „normal offen“ trotz Lockdown, aber ich finde es trotzdem nicht selbstverständlich und war echt dankbar und erleichert. Urlaub war nämlich bei Männe schwierig, weil er ja Richtung Geburt 2 Wochen eingereicht hatte.



Zwei Tage setzten am Bahnhof kurz nach Verlassen der Klinik auf dem Rückweg nach Hause Wehen ein. Ordentlich Wehen alle 5min, die selbst beim Baden (mit Matthea) nicht weniger wurden, das machte mir Hoffnung. Gegen Abend war dann aber alles weg.
Ich checkte also am errechneten Termin morgens gegen 10 Uhr im St. Josefs in Gießen ein, mit deutlich schlechter Stimmung meinerseits. Erstmal Corona Test (Rachen und Nase), dann Zimmer beziehen. Und warten. Es war offenbar so viel los im Kreißsaal, dass man mich im Zimmer glatt vergessen hat, obwohl ich ja extra früh kommen sollte, damit man noch 2x Gel legen könne. Die Dame im Zimmer war aber ganz nett. Die Aussicht mit Wehen und einer frischgebackenen Mami die Nacht im Zimmer zu verbringen erfreute mich allerdings auch nicht sonderlich. Am Nachmittag begann dann aber doch die Geburtseinleitung mit 1mg Gel. Alle 2 Stunden CTG, gegen Abend dann etwas Wehen nach ein paar Stunden, die morgens wieder weg waren. Gut geschlafen hatte ich natürlich nicht, eher geruht.

An Tag 2 gab es dann die nächste Dosis Gel morgens und mittags incl. mehreren CTGs. Meine Zimmergenossin wurde entlassen und ich hatte das Zimmer vorerst für mich. Am späten Nachmittag dann endlich wieder Wehen, die über Nacht dann gut regelmäßig waren (alle 2-6min). Nachts um 1 dann der Blasensprung 🎉 – allerdings war das Fruchtwasser grün, was mir Sorgen machte. CTG nachts war aber in Ordnung und am nächsten Morgen Ctg – Wehen weg.
Also Tag 3 und nochmal Gel 2x und nach 12h Antibiotika mittags. Keine Wehen, Befund unverändert bei Muttermund 2cm wie abends beim Blasensprung. Beim nächsten Ctg am Abend ohne Wehen und hohen Herztönen beim Kind fing ich an mir noch mehr Sorgen zu machen. Ich hatte auch das Gefühl, dass es gar nicht Richtung Becken ging sondern eher unter den Rippen lag. Krisensitzung mit Hebamme und Oberärztin. Zwischendurch verzweifelte Telefonate mit meinem Mann, viele Tränen. Ich wollte doch durchhalten und unbedingt natürlich entbinden. Der Kaiserschnitt stand nun aber im Raum. Das Team versicherte mir, dass sie meine Entscheidung mit tragen egal wie sie ausfällt. Nebenan lief eine Geburt in den Endzügen und ich hatte ein schlechtes Gewissen mit meinen „Problemen“ dann quasi zusätzlich Arbeit zu machen, wurde aber sehr liebevoll begleitet. Wir sprachen über Pros und Contras, mögliche Optionen wie sofort oder doch über Nacht warten, man bot mir trotz Corona Regeln sogar an meinen Mann kommen zu lassen zu emotionalen Unterstützung beim Entscheiden. 👍 Generell empfand ich es in der Situation als zusätzliche Belastung, da „allein“ durch zu müssen, während Mann und Kind daheim waren 😦

Gegen 17 Uhr fiel die Entscheidung zur Sectio. Mein Bauchgefühl passte überhaupt nicht mehr und ich hatte tatsächlich Sorge, dass etwas nicht stimmt. Und wenn ich eins während meiner Schwangerschaften gelernt habe, dann auf mein Bauchgefühl zu hören. Während im Kreißsaal die Geburt lief wurde organisiert – OP Team, Aufklärung, Hebamme usw. Mein Mann konnte mega kurzfristig die Große bei den lieben Nachbarn unterbringen (E. hatte erst kürzlich eine OP und ich wollte ihr und S. das eigentlich nicht zumuten) und zur Klinik kommen, so dass ich wusste unser Sohn ist nach OP bei ihm zum bonden ❤
Um 19 Uhr ging es in den OP. Nur Mädels 😳 Ein schnatternder Hühner🐔Haufen – was mir das schlechte Gefühl nahm. Alle lieb, bemüht und irgendwie unterhaltsam. Dafür bin ich sehr dankbar 🥰 Nachdem mir im Kreißsaal eher zum heulen zumute war und auf dem Weg in den OP das Gefühl von „auf dem Weg zur Schlachtbank“ aufkam ist den Hühnern tatsächlich gelungen, was bei M-chens Geburt nicht funktioniert hat – sie waren so positiv, auch mir gegenüber immer wieder zuversichtlich und versuchten mich in Gespräche einzubinden, um mich auf andere Gedanken zu bringen. Als die Frage nach dem Geschlecht kam und ich meinte der Papa wisse es nicht und ich fände es ja schade, dass ich seine Reaktion nun verpasse bot die (extra telefonisch her beorderte) Hebamme dann sogar an den Papa beim „Gender Reveal“ zu filmen, was lustigerweise möglich war, weil ich Dussel in der Aufregung mein Handy in der Hand hatte als wir runter in den OP fuhren.. Sie hat es tatsächlich gemacht 🥰
Narkose war wieder nicht einfach, aber die Hühner waren trotzdem positiv, kein Druck, sondern Bestärkung. Es wird, kein Stress, immer mit der Ruhe. Die OP-Schwester (Birgit) versuchte mich abzulenken während operiert wurde, ich hab aber meine Ohren ja überall und hörte trotzdem mit: Narbe gut verheilt, lässt sich gut öffnen. Baby liegt sehr hoch, gar kein Bezug zum Becken, na das wäre wohl ein Sternengucker geworden, oh und die Nabelschur um den Hals.. kleiner Mopsie aber ach Gott, ist der süß! Ja, ein Junge!
Ich durfte noch im OP bonden, bevor unser Milian zum Papa durfte. Zunächst wurde er mir (in gut sichtbarem Abstand und nicht unscharf direkt vor der Nase) gezeigt, da hat er aber geguckt der kleine Mann – alles hell und lauter gackernde Hühner! Dann wurde schnell mein linker Arm befreit und ich durfte ihn kuscheln und knutschen. Die Hebamme fragte dann obs okay wäre ihn zum Papa zu bringen und das war es dann. 30 Minuten später war ich zurück im Kreißsaal und bekam ich dann noch div Befunde wiederholt: Nabelschnur um den Hals und ein Sternengucker. Die Entscheidung zum Kaiserschnitt wurde von allen als richtig eingeschätzt und die Hebamme meinte noch sie hätte Hochachtung vor meinem Bauchgefühl und das ich trotz starkem Wunsch zum besten Zeitpunkt darauf hören konnte. 🙏 Ich bin zwar immer noch sehr enttäuscht, aber das „Versager Gefühl“ was mich zeitweise überkam ist mittlerweile der Erleichterung gewichen und ich bin im Reinen mit dem Ausgang und habe wirklich alles gegeben.
Oben war auch der Papa noch da mit Milian im Arm *.* Hab dann direkt angelegt und Mini hat direkt gesaugt und – ach so ein süßer kleiner Mann! Markus hat sich dann noch schnell verabschiedet und ist wieder nach Hause gefahren, da Matthea ja noch bei den Nachbarn war. Aber – er war da! Und hatte seine Überraschung! Alles gut ausgegangen!
Ich blieb noch fast 2 Stunden im Kreißsaal, bekam warmen Tee, der Blutdruck wurde kontrolliert und das Schmerzmittel eingestellt. Dann holte mich die Nachtschwester auf Station. Und mein Zimmer war noch nicht neu belegt, so dass Milian und ich die Nacht alleine verbringen konnten. Ich bekam eine erholsame Mütze Schlaf mit dem Mini nackig (bis auf die Windel) auf meiner Brust.
Milian – geboren am 28.01. (dem Geburtstag meiner Uroma) mit 3620g, 50cm und 36cm Kopfumfang.



Tag 4 wäre ich morgens am liebsten direkt aufgesprungen und nach Hause geflüchtet. Das Baby war schließlich da und ich hab meine Matthea vermisst. Markus war morgens eine Stunde zu Besuch (mehr war nicht erlaubt, mehr wäre aber auch nicht gegangen, da er ja auf die Große aufgepasst hat und sie morgens in die KiTa durfte) und half mir aufsetzen. Mittags lief ich dann schon rum, der Katheter und Zugang kam raus.
Zwischenzeitlich zog eine neue sehr nette Zimmergenossin ein, die aber bereits nach dem Kontroll-CTG im Kreißsaal nicht zurück kam. Dafür hin und wieder ihr Mann, um etwas zu holen oder zu bringen. Ich fieberte mit..nachts um 4 wurde dann das Bett geholt, es war auch ein Kaiserschnitt geworden aber allen gings gut. 🙂
Tag 5 sollte ich duschen, Blutdruck und Befunde wurden besprochen (meine Gerinnungsstörung, die mir seit 2013 zwar diagnostiziert wurde aber nie erläutert war u.a. Thema, da ich ein erhöhtes Thromboserisiko habe.. nett, dass ich das auch erfahre.. das war offenbar – gerade auch bei der Geburt von Matthis und Matthea – Leben am Limit!) und tatsächlich erfuhr ich von einer lieben Schwesternschülerin, dass Sonntag (weil man ja wegen Corona eh nix unternehmen kann und der Kreißsaal mit 5 Blasensprüngen und 2 Einleitungen quasi voll waren) außerplanmäßig ein Kinderarzt kommen sollte. Wuhuuu Entlassung! Nachmittags gabs noch Kaffeekränzchen mit meiner Zimmergenossin und ihrem Mann (der hat sogar extra Kuchen mitgebracht).

Tag 6 – Entlassung! Es ging mir echt nicht schnell genug! Um 9.30 Uhr sollte der Kinderarzt kommen.. Hörtest, Screening, U2, alles erledigt. Dann kam die Ärztin fürs Entlassungsgespräch nicht herbei… unten standen Mann und Kind und warteten auf mich… Geduld ist nicht meine Stärke xD Nachdem ich dann U-Heft, Mutterpass und alle Unterlagen hatte musste ich noch warten bis jemand die Babyschale unten holen konnte, da Männe mit M-chen ja nicht rein durfte.. Aber kurz vor 12 wars dann soweit.. ich hatte Matthea endlich wieder im Arm – da hab ich dann wirklich fast geheult. Ne Woche ohne die große Tochter, die ich 4,5 Jahre tags wie nachts an meiner Seite hatte – furchtbar! Nie wieder (hoffentlich!)!

Jetzt sind wir schon 3 Wochen daheim, grooven uns langsam ein und finden uns als Familie neu zusammen.
Für Matthea ist es natürlich nicht einfach. Erst ist Mama weg, dann liegt da dieser kleine Knopf zwischen ihr und Mama, der darf immer zuerst an die Brust und hat plötzlich Vorrecht bei bestimmten Dingen. Herje! Aber ja, wir schlafen alle in einem Bett und es klappt gut. Tagsüber ist der Spagat zwischen Mini und Maxi oft nicht leicht, zumal ich immer ein bißchen mit leide, wenn ich Matthea wieder enttäuschen muss weil Milian gerade die Mama braucht. Aber es wird. Und – sie liebt ihn abgöttisch und würde ihn am liebsten den ganzen Tag durch die Gegend schleppen oder abknutschen XD

3 Gedanken zu „Hurra ich bin da!

  1. Herzlichen Glückwunsch! Warum geht es nicht einfach mal einfach… ich bewunderte ja im Vorfeld deine Ruhe und Entspanntheit, überhaupt bis zum Termin gehen zu wollen, bei mir wäre in der 37. ssw Schluss gewesen. Natürlich oder Sectio – Hauptsache lebend!
    Anfangs wusste ich nicht, wie gut ich deinen Berichten hier würde folgen können, während wir uns in der fünften Erinnerungsschleife der Schwangerschaft mit Minna befanden und zum ersten Mal die Wochentage wieder stimmten. Der 28. war unser ET vor 5 Jahren…
    Alles Gute!

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