Auf der Suche

Wie schön einfach war das in der Schwangerschaft mit Matthis. Wir haben kurz überlegt und uns dann ohne weiteres innerhalb von Sekunden auf das Geburtshaus (Storchennest) geeinigt. Danach war eigentlich nur noch wichtig, ob wir dafür (medizinisch) alle Voraussetzungen erfüllen, man will ja nicht aufgrund der rosaroten Brille eine Entscheidung fällen. Aber unser Engel hat uns die Entscheidung einfach gemacht: alle Vorbefunde waren perfekt, die Lage (SL) war prima, alles lief von allein. Die Geburt dann ja auch…

Natürlich war uns klar, dass die Folgeschwangerschaft nicht mehr ganz so einfach wird. Wir haben uns ja nun schon damit abgefunden das wir „anders“ und „unnormal“ sind, sei es bei Trauerarbeit oder Geburtsvorbereitung. Wir sind uns im klaren, dass die meisten, die uns kennen (lernen) mit etwas anderem rechnen, das wir „schwierig“ sind weil wir „anders“ sind und es für uns kein Lehrbuch gibt.

Jetzt ist es so, dass mein Mann und ich uns auch diesmal von vorne herein einig waren: Wenn nichts dagegen spricht – Geburtshaus.
Von Anfang an haben wir das auch so an alle Beteiligen weiter gegeben, es schien nie ein Problem zu geben. Bis auf einmal bei dem Termin, von dem ich berichtet habe. Plötzlich steht man da und weiß nicht was tun.

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Ärzte, Geburtstag, Bergfest…

12976209_1720707321540254_48952610_nAlles neu macht der Mai… ich hoffe einfach mal drauf. Langsam hab ich nämlich ehrlicherweise keinen Bock mehr darauf das ständig irgendwas ist und ich möchte diese Schwangerschaft auch endlich mal einigermaßen geniessen.

Mein kleiner Matthis muss ganz schön fleißig sein als Schutzengel, dem wird es sicherlich nicht langweilig!

Aber von vorne..

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Das kam unerwartet…

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Einige Leser haben diesen Beitrag glaube ich heiß ersehnt, für andere kommt er überraschend. Aber: Erdengeschwisterchen auf dem Weg!!

Was wie wo? Warum? Wieso hat sie nichts geschrieben?! Na sowas!

Erstmal – sorry! Am Anfang waren wir wirklich etwas (sehr) verunsichert ob das denn wahr sein kann. Dann habe ich mich mit diversen Problemen herumgeschlagen, dazu später mehr. Und anfangs wollten wir es eigentlich noch niemandem sagen.. nicht mal die Familie wusste so früh bescheid.

Einige, die mich aus div. KiWu-Foren kennen und auch den Blog lesen, hatten zwischenzeitlich schon gefragt ob es hier auch irgendwann um das Murmele geht. Ja!

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Ich geh mit meiner Laterne…

Ich heiße Dich willkommen –20151029_181523
und gleichzeitig nehme ich in Trauer von Dir Abschied,
während ich Dich in meinen Armen halte.
Dich.
Du, der mir wohlbekannt war, in der Tiefe meines Herzens.
Du bist so wirklich für mich, für diese kurzen Momente
und doch für alle Ewigkeit.

5 Wochen ohne Matthis. Mittlerweile sind es schon 37 Tage, genauer gesagt 888 Stunden, die wir unseren kleinen Schatz so sehr vermissen! ❤ Und immer mehr und unendlich lieben!

Wie immer waren wir jeden Tag auf dem Friedhof bei Matthis. Meist treffen wir dort meine Eltern, oft auch unsere Nachbarin Frau A. die ja weiß das wir jeden Tag dort sind und bei ihrer täglichen Spazier-Runde dort vorbei schaut.
Sie ist übrigens, auch nach 5 Wochen, noch immer die einzige Nachbarin. Eine weitere kündigte zwar schon an sie wolle „diese Woche mal rüber kommen“, kam aber nicht. Alle anderen ignorieren oder meiden uns, biegen weiterhin im Laden in Regalgänge ein um uns aus dem Weg zu gehen oder wechseln schnell die Straßenseite um nicht mit uns sprechen zu müssen. Jeder, den wir zur Zeit treffen und seit Matthis Geburt noch nicht wieder gesehen haben, möchte sich am liebsten sofort in Luft auflösen wenn er uns sieht und leider sieht man das den Leuten auch direkt im Gesicht oder der Reaktion an.
Auch gestern im Garten… die einen Nachbarn sagen gar nichts, eine Nachbarin lies sich nach ewigem Zögern doch zu einem Plausch am Gartenzaun hinreißen, hat aber mit keinem Wort Matthis erwähnt, so als wüßte sie nichts… (bevor jemand meint: sie weiß es, die weiß alles!) 😦
Gestern war auch sehr schwer. Als wir auf dem Friedhof waren fand gerade der Laternenumzug im Ort statt. Ein langer Zug mit kleinen Kindern und Babies, eine Armee an Kinderwagen. Und nie nie nie werden wir mit Matthis die bekannten Laternenlieder von St. Martin singen, nie wird er mit einer selbstgebastelten Laterne aus dem Kindergarten kommen. Mir liefen die Tränen…

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Tu dir was Gutes!

„Tu dir was Gutes“ rät mir heute morgen die Hebamme bei ihrem Besuch. Diesmal ist es S., da T. heute eine Geburt hatte. Unglaublich, aber jedes Mal wenn ich höre, dass im Storchennest eine Geburt war, bin ich unglaublich froh das es dort grabweiter geht und vor allem ganz positiv. Klingt blöd, aber auch das tut mir gut. Warum? Weil ich immer denke das wir beim Geschwisterchen auch diejenigen sein werden, wenn die Hebamme erzählt „da war eine Geburt“. Und dann wird ein fröhliches Foto von unserem Kind auf der Homepage gepostet, dann brauche ich auch Still- und Trageberatung statt Gespräche über Gott und die Welt. Obwohl… auch das tut gut.. einfach mal eine Stunde da sitzen und mit Menschen, die uns in dieser schweren Situation so sehr geholfen und begleitet haben, mal ganz normal reden, über irgendwas.

Besonders gut tat heute auch das Öffnen des Briefkastens. Ich habe ein Fotobuch für und von Matthis gestaltet. Mit allen Fotos die wir so haben, mit Sprüchen, Liedtexten. Heute kam es an und es ist toll. Ich musste direkt weinen. Man fühlt so viele Dinge gleichzeitig: Trauer, Liebe, Stolz.. aber auch Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit, noch mehr Liebe.

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Es weht der Wind ein Blatt vom Baum…

Jetzt ist es also schon zwei Wochen her das wir unseren kleinen Engel haben ziehen lassen müssen. Es fühlt sich immer noch total unwirklich an und oft fühlt man sich als würde man in einem Paralleluniversum festhängen während das Leben um einen herum einfach so weiter geht. Tatsächlich gibt es Momente, da fühlt sich alles normal an, es gibt kurze Momente da können mein Mann und ich gemeinsam lachen, auch wenn es immer noch gleichzeitig weh tut. Aber Matthis hätte nicht gewollt das wir auf ewig traurig sind. Er hätte mit uns lachen und nicht weinen wollen. matthis-spuren

Wenn einen Blick auf das kleine Bild werfen, dann wissen wir, dass es wirklich wahr ist, dass es ihn wirklich gegeben hat. Die farbigen Abdrücke der kleinen Füße machen fassbar, was eigentlich so unfassbar ist: Matthis war ein Teil unser Welt und wird es immer sein. So wie er farbigen Spuren auf dem unscheinbaren Blatt Papier hinterlassen hat, so prägt er unser ganzes restliches Leben – jeden Tag, für immer.

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Es ist ein Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von unserem Leben.
Drum wird dieses eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen.

Matthis. Matthis. Matthis. Oft gibt es keine Minute ohne das ich an ihn denke und ihn vermisse. Manchmal ist es das Geräusch von Regen, ein Apfel der vom Baum fällt, ein Sonnenstrahl. Manchmal trifft es mich völlig unerwartet, manchmal halte ich inne und denke ganz bewußt an meinen wunderhübschen kleinen Jungen. Dann werfe ich schnell einen Blick auf mein Handy, wo ich ausgewählte Bilder immer griffbereit habe, und streiche mit dem Finger über sein kleines Gesichtchen. Und bin immer noch irre stolz seine Mama zu sein ❤

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Traumgeburt mit traumatischem Ausgang

Vielleicht erscheint es unpassend, aber gerade weil ein totes Kind etwas sehr schlimmes und nicht zu beschreibendes Erlebnis ist möchte ich weiterhin Dinge mit euch teilen. Und in all dem Leid und Schmerz suche ich die positiven Dinge, die mich in den letzten Tagen begleiten. Die Geburt ist eins davon, hier also mein Geburtsbericht:

Es ist Anfang Oktober,  noch einige Tage Zeit bis zum Geburtstermin und der beste Mann der Welt und ich sind ziemlich entspannt. Er fährt sogar 2 Tage zu seiner Familie nach ba-wü. Nach geburtsvorbereitender Akupunktur und nochmal Herztöne hören gehe ich nicht von einem baldigen Start aus und nutze die Zeit Zuhause. Am 2. Oktober watschel ich mit meiner Kugel noch zum Kinderarzt eine Unterschrift abholen und erledige Einkäufe fürs lange Wochenende. Mittags mümmel ich mich dann auf die Couch und plane den restlichen Tag zu entspannen. Weiterlesen