Stimulation mit Clomifen

Gestatten, mein Name ist Clomifen. Frauen, die mich einnehmen, nennen mich auch liebevoll Clomi. Ich bin eine kleine Tablette die zur Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt wird, da ich den Hormonhaushalt der Frau positiv beeinflusse wird und sehr zuverlässig eine Eizellreifung an den Eierstöcken auslöse. Ich stimuliere die Hirnanhangsdrüse und täusche dem Körper eine verminderte Östrogen-Produktion vor, sodass diese vermehrt Hormone produziert, die zu einem Eisprung führen sollen da vermehrt follikelstimulierende Hormone ausgeschüttet werden. Der Wirkmechanismus ist zwar noch nicht vollständig geklärt, aber dennoch vertrauen viele Ärzte auf mich und meine Wirkung. Vor allem bei Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus und keinen oder seltenen Eisprung haben, bin ich das Mittel der Wahl. Außerdem bin ich wirklich sehr unkompliziert und habe vergleichsweise wenig Nebenwirkungen.
Was sollte man also über mich wissen? Lest selbst:

Die Behandlung mit Clomifen findet wie bei allen hormonellen Behandlungen selbstverständlich unter ärztlicher Aufsicht statt. Der Körper reagiert sehr individuell und unterschiedlich, häufig auch von Zyklus zu Zyklus, auf Clomifen. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig und deshalb sollten vor und nach der Therapie Untersuchungen mit Ultraschall durchgeführt werden, die den Verlauf und den möglichen Erfolg der Behandlung zeigen. Auch die Dosierung muss individuell vom behandelnden Arzt festgelegt werden. In der Regel wird eine Dosis von 25 bis maximal 50 Milligramm pro Tablette bestimmt, die täglich eingenommen wird. Nur in seltenen Fällen liegt die Dosis darüber. Bei den Ultraschall-Untersuchungen wird unter anderem die Eizellreifung kontrolliert, aber auch die Zahl der Eibläschen um gegebenenfalls die Clomifen-Dosis individuell anzupassen. Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, dass während der Einnahme von Clomifen mehr als eine Eizelle heranreift und freigegeben wird.

Zwischen dem dritten und fünften Zyklustag, gerechnet ab dem Beginn der Monatsblutung, beginnt die Behandlung und Clomifen wird fünf Tage hintereinander eingenommen. Etwa eine Woche nach Einnahme der letzten Tablette sollte – bei Erfolg – der Eisprung einsetzen. Ab dem zwölften Zyklustag wird außerdem alle zwei Tage ein Ultraschall durchgeführt, um den Eisprung zu überprüfen. Nur so kann bestimmt werden, ob tatsächlich ein Eisprung stattfindet oder stattgefunden hat. Tritt er 20 Tage nach der Einnahme noch nicht auf, wird die nächste Regelblutung abgewartet oder ausgelöst und nach Beginn des nächsten Zyklus die Behandlung mit Clomifen fortgesetzt. In jedem Zyklus wird meist auch etwas Blut abgenommen, um Veränderungen im Hormonhaushalt zu messen. Bei den meisten Patientinnen werden maximal sechs Zyklen mit Clomifen unterstützt, da die Erfolgschancen danach sinken.
Bei 70 bis 80 Prozent der Frauen, die Clomifen einnehmen, entwickeln sich die Eizellen gut und es kommt zum Eisprung. Es gibt zwar keine Garantie auf eine Schwangerschaft, aber die Chancen verbessern sich deutlich. Zwischen 15 und 50 Prozent der Frauen werden im Anschluss an eine Behandlung mit Clomifen schwanger, die meisten bereits in den ersten drei Monaten der Behandlung, abhängig u.a. auch vom Alter der Mutter oder der Spermienqualität des Partners.

Das hört sich zunächst nach einem wahren Wundermittel in der Fruchtbarkeitsbehandlung an. Doch auch hierbei darf nicht vergessen werden, dass es sich um eine hormonelle Behandlung handelt, die Nebenwirkungen hervorrufen kann. Da während der Einnahme von Clomifen vermehrt Eibläschen innerhalb eines Zyklus heranreifen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Etwa ein Fünftel aller mithilfe von Clomifen entstandenen Schwangerschaften sind Mehrlingsschwangerschaften, meist Zwillinge. Manche Nebenwirkungen ähneln den Symptomen der Menopause, z.B. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, ab und zu  Schwindelgefühlen, manchmal kommen Übelkeit, Unterbauch- und Kopfschmerzen, leichte Sehstörungen oder Schlaflosigkeit hinzu. Die Hormonveränderungen können außerdem die Stimmung beeinflussen (Übellaunigkeit, Nervosität).  Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass sich bei der Behandlung mit Clomifen häufiger Zysten bilden können, sogenannte Ovarialzysten, welche sich aber von selbst zurück bilden und keine Beschwerden verursachen. Durch den vorgegaukelten niedrigen Östrogenspiegel kommt es hin und wieder zu Veränderungen der Schleimhäute an Gebärmutter und Gebärmutterhals. Beides kann die Bedingungen für eine Schwangerschaft verschlechtern, da zum einen die Befruchtung der Eizelle, zum anderen deren Einnistung erschwert wird. Daher sollte der behandelnde Arzt auch regelmäßig die Qualität der Gebärmutterschleimhaut und des Zervixschleims überprüfen. In der Regel verschwinden die unerwünschten Nebenwirkungen, sobald Clomifen abgesetzt wird.

Natürlich gibt es keine Garantie für Erfolg wie so oft bei allen Arten von Kinderwunschbehandlung. Davon sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen. Clomifen ist nur eine Möglichkeit von viele. Trotz allem ist Clomifen einer der Hoffnungsträger für Frauen mit Kinderwunsch und einer von vielen Wegen den Kinderwunsch auf natürlichem Wege zu erfüllen.

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