Unser Kinderwunsch

Meinem Mann und mir war schon frühzeitig klar, dass wir uns Kinder wünschen. „Am liebsten eine ganze Fußballmanschaft“ sagte er immer. Mir hätten 2 Kinder auch gereicht. Als wir uns 2008 entschieden unseren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen war uns allerdings nicht klar wie lang, hart und schwer der Weg werden würde.

Bei mir war bereits im Vorfeld PCOS diagnostiziert worden. Das Polyzystische Ovar-Syndrom ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen bei geschlechtsreifen Frauen und ist die häufigste Ursache für erhöhte Androgenspiegel, Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit bei uns weiblichen Geschöpfen. Betroffen sind 4-12% aller Frauen in Europa, leider kennt sich aber kaum ein Frauenarzt wirklich damit aus. Die Ladies mit Übergewicht scheinen deutlich häufiger betroffen zu sein, meist kombiniert mit einer Insulinresistenz,  zudem ist PCO häufig mit Schilddrüsenerkrankungen verknüpft.
Kurz gesagt, die Erkrankung (die übrigens nicht heilbar ist) ist eigentlich recht weit verbreitet, jedoch kaum bekannt. Das Grundproblem ist, das u.a. kein normaler Zyklus stattfindet, ohne Zyklus kein Eisprung, ohne Eisprung kein Ei, ohne Ei keine Schwangerschaft. Blöd, vor allem wenn man Kinderwunsch hat.
Wir begaben uns 2008 also in die Hände meiner wie wir hofften fähigen Frauenärztin (FA), die das PCOS ja auch bei mir diagnostiziert hatte. Sie machte einen Hormonstatus und riet uns eine Behandlung mit Clomifen (Stimulation mit Hormonen -> Heranreifen einer Eizelle -> gezielt Geschlechtsverkehr (GVnP) um den erwarteten Eisprung). Parallel bekam ich zudem ein Cortison-Präperat und den netten Hinweis das Abnehmen hilfreich sein könnte. Also machten wir 1,5 Jahre GVnP, ich stopfte mich mit Hormonen voll und jeden Monat aufs neue die Enttäuschung des Negativs.

Irgendwann Ende 2010 kam dann meine FA auf die Idee, dass auch mal mein Mann überprüft werden müsse und schickte ihn zum Urologen. Ergebnis: OAT III. Das OAT-Syndrom (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) ist eine krankhafte Veränderung der Spermien. Hierbei sind zu wenig (oligo), zu gering bewegliche (astheno) und vermehrt fehlgeformte (terato) Spermien zu sehen. Es geht häufig mit männlicher Unfruchtbarkeit einher. Es gibt verschiedene Schweregrade und die Schwimmer von Männe erreichten den natürlich schwersten Grad. Wir bekamen eine Überweisung in eine Kinderwunschklinik.

Anfang 2011 hatten wir also unseren ersten Termin in einer Kinderwunschklinik. Bereits da war uns klar, okay… das könnte jetzt aber doch schwierig werden.
Erster Tip für mich: Abnehmen. (lustig, wo ich durch die Hormone glatte 30kg zugenommen und unendlich Wasser im Körper durch das Cortison hatte) Wieder wurden wir durchgecheckt, Spermiogramm, Hormonstatus, Echovist (Durchgängigskeitsprüfung der Eileiter). Indikation: Intrauterine Insemination (IUI), eine Methode der assistierten Befruchtung (ich sage gerne „künstliche Befruchtung light“ dazu), wo aufbereitetes Sperma zum Zeitpunkt eines (mit Hormonen herbeigeführten) Eisprungs in die Gebärmutter eingebracht werden, wo die Befruchtung dann allein klappen muss. Kurze Zusammenfassung:

20 Januar 2011 – US, Bluttests, Vorgespräch
15. März 2011 – Echovist und Gebärmutterspiegelung, weitere Voruntersuchungen
30. März 2011 – 1. IUI (mit Clomifen, Ovitrelle und Crinone) – negativ
3. Mai 2011 – 2. IUI – negativ, danach Pause
7. Juli 2011 – US-Termin: Abbruch des dritten Versuchs da verbliebener Gelbkörper im Eierstock
8. August 2011 – 3. IUI – negativ
8. September 2011 – Beratungsgespräch bzgl. dem weiteren Vorgehen
20 Oktober 2011 – 4. IUI – negativ

Das war also nicht unser Jahr. Und abgenommen hatte ich auch nichts… im Gegenteil. Nach genauem Abwägen von Kosten und Nutzen entschieden wir uns dann doch auf die nächsthöhere Behandlungsstufe zu wechseln, in Anbetracht des Spermiogramms hieß das für uns: ICSI, die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, sprich es werden möglichst viele (10-15) Eizellen bei der Frau mit Hormonen stimuliert, entnommen und schließlich im Labor mit einem Spermium des Mannes befruchtet. Künstliche Befruchtung also in 2012. Zusammengefasst hieß das:

Februar 2012 – ICSI Start (Antagonistenprotokoll mit Gonal-F und Orgalutran); PU am 22.2 | TF 27.2. | BT: 9.3. – negativ sehr treurig
November 2012 – Erstgespräch neue KiWu – Entscheidung dagegen.

Neues Jahr neues Glück – 2013 sollte unser Jahr werden. Zwar waren wir mit unserer KiWu schon lange nicht mehr zufrieden, wollten aber dort noch unsere Kryos abholen. Zwischendurch klappterte ich div. Ärzte ab um Erfahrungen bzgl. meines PCOS einzuholen, denn bisher hieß es immer nur „Wir kriegen sie schon schwanger“. Nur leider wurde meine Hormonstörung nie behandelt/beachtet und so natürlich auch nicht die Voraussetzungen für einen Versuch optimiert. Daher:

Januar 2013 – Zusatzdiagnose Insulinresistenz (Diabetologe)
Februar 2013 – Überprüfung der Schilddrüse: TSH 2,77 (vorher 3,5 und 3,77)
März 2013 – endlich das Rezept für Metformin + L-Thyroxin | Vorgespräch Kryo in der KiWu
April 2013 – 14.4. Mens | 25.4. US | 29.4. TF | CB Digi 13.5. negativ sehr treurig
Juni 2013 – Wechsel KiWu, Wechsel Krankenkasse.

Nun reicht es, lassen wir mal den Fachmann ran. Bzw. die Fachfrau. Wir haben uns eine neue Kinderwunschklinik gesucht und wechselten nach Darmstadt ins Kinderwunschzentrum. Dort fühlten wir uns gleich viel besser aufgehoben, vor allem aber informiert und auch fachlich besser behandelt. Auch hier wieder ICSI-Indikation. Außerdem bekommen wir von der Krankenkasse 2 Versuche zu 100% genehmigt, was die horrenden Kosten der letzten Jahre etwas reduziert und uns erleichtert.

Juli 2013 – Genehmigung da, 2. ICSI (Antagonistenprotokoll mit Gonal-F und Orgalutran): 19.7. 1 ST | 24.7. 1. Folli-TV | 26.7. 2. Folli-TV | 30.7. 3. Folli-TV | 31.7. 4. Folli-TV | 2.8. PU | 7.8. TF | 16.8. BT negativ sehr treurig
Oktober 2013 – 3. ICSI (Antagnoistenprotokoll mit Puregon, Menogon und Orgalutran): 18.10. 1 ST | 22.10. 1. Folli-TV | 25.10. 2. Folli-TV | 28.10. 3. Folli-TV | 1.11. PU | 6.11. TF | 15.11. BT (hcg 18) | 18.11. BT (hcg 19) | 22.11. BT (hcg 40) | 28.11. BT (hcg 46)… traurig –> 11.12. Blutung – negativ sehr treurig(★ in der 12. SSW)
Feburar 2014 – 2. Kryo (18.2. Start Progynova | 4.3. US | 10.3. TF einer Morula und einer früh. Blasto | 18.3. BT1 | 20.3 BT2+US – negativ sehr treurig
Juni 2014 – 4. ICSI (Antagonistenprotokoll mit Elonva, Puregon, Menogon und Orgalutran): 27.6. 1 ST | 1.7. 1. Folli-TV | 4.7. 2. Folli-TV | 8.7. 3. Folli-TV | 10.7. PU | 15.7. TF einer früh. und einer vollen Blasto | 23.7. BT1 (hcg 25) | 24.7. BT2 (hcg 25) | 25.7.-28.7. Überstimulation Grad 3 – KH-Aufenthalt, hcg (25-21 sinkend) | 31.8. BT KiWu (hcg 3) .. traurig -> negativ sehr treurig(★ in der 8. SSW)
2PN auf Eis.
Dezember 2014 – Blutentnahme für Gerinnungsdiagnostik, Warten auf den Termin Genetik
Januar 2015 – Gespräch, Kryo oder weitere ICSI? Abwarten weiterer Ergebnisse, nebenher drehen wir einen Beitrag über unerfüllten Kinderwunsch fürs ZDF.

 Ja, da war es schon, das 7. Kinderwunschjahr, 2015. Puh. Das es schwierig wird wußten wir, aber 7 Jahre? Man man man… und mitten zwischen Dreharbeiten, Job und privaten Familienfeiern incl. runden Geburtstagen ist es passiert.

14.2. – spontaner Schwangerschaftstest sagt „schwanger“ – erleben wir tatsächlich ein Wunder? Liebe
18.2. – Schwangerschaft bestätigt, 6+2, Herzchen schlägt Ich freu mich schwanger
3.10. – Stille Geburt unseres kleinen Engels Matthis beten – wir lieben dich so sehr mein Schatz! 10.10. – Beerdigung Gute NachtMehr über Matthis findet ihr auf seiner Seite.

Das wars. Oder? Wars das? Nein! 2016 starten wir das „Projekt Rainbow“ mit Power-Engel Matthis als Unterstützung!